Was ist die Lehr:werkstatt?

Ein Lehr:werker (Lehramtsstudierender) und ein Lehr:mentor (Lehrkraft) bilden ein Tandem und gestalten über ein Schuljahr hinweg zusammen Unterricht – begleitet durch Praxisseminare an der Universität und Kompetenzworkshops. Die Rolle des Lehr:werkers im Unterricht ist aktiv. Art und Grad der Unterstützung hängen vom jeweiligen Erfahrungsstand der Lehr:werker ab und werden im Tandem individuell vereinbart und kontinuierlich weiterentwickelt.

Für das Gelingen dieser Arbeit ist ein passgenaues Matching ausschlaggebend. Lehrkräfte und Studierende bewerben sich online in einem speziell für die Lehr:werkstatt von der Eberhard von Kuenheim Stiftung in Zusammenarbeit mit der DEVnet GmbH entwickelten MatchingTool. Dieses stellt die Bewerber zusammen und orientiert sich dabei an ihren Unterrichts- bzw. Studienfächern, aber auch an weiteren Faktoren, wie Erwartungen und Persönlichkeitsmerkmalen. Dies ist für eine intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den Tandems von essentieller Bedeutung. Nach einem persönlichen Kennenlernen der Bewerber entscheiden beide Seiten über die künftige Zusammenarbeit und bestätigen – wenn beiderseits gewünscht – das Tandem aus Lehr:werker und Lehr:mentor.

Wer profitiert?

Warum gibt es die Lehr:werkstatt?

Aus rund 100 Gesprächen und Interviews der Stiftung mit Experten und Praktikern zum Thema „Lehrerbildung“ ergaben sich folgende Ergebnisse:

  • Viele Studierende fühlen sich nur unzureichend auf das vorbereitet, was sie im Klassenzimmer erwartet.
  • Gute Praktika erstrecken sich immer über einen längeren Zeitraum, um den Studierenden einen möglichst realistischen und umfassenden Einblick in den Schulalltag zu geben.
  • Lehrkräfte wünschen sich mehr Handlungsspielraum im Unterricht, um neue Konzepte und Methoden zu erproben. Im "normalen" Schulalltag bliebe dafür meist wenig Zeit.
  • Außerdem sehen sich Lehrkräfte zunehmend mit der steigenden Heterogenität in den Klassenzimmern konfrontiert.
  • Schüler wünschen sich abwechslungsreichen und motivierenden Unterricht, in dem individuell auf sie eingegangen wird.

Die Eberhard von Kuenheim Stiftung begegnet mit ihrem Projekt Lehr:werkstatt diesen Herausforderungen und schafft für alle Beteiligten einen nachhaltigen Mehrwert. Der Anspruch: Mehr Mensch pro Schüler.

Nach dem Lehramtsstudium ist man ein halber wissenschaftlicher Arbeiter und ein sozialpädagogisch angehauchter Halbwissender.

Lehramtstudentin

Ansonsten kann ich nur sagen, dass das Konzept der Lehr:werkstatt eine tolle Idee ist, und ich meine Partnerin schon jetzt nicht mehr missen möchte - schade eigentlich, dass da nicht schon viel früher jemand drauf gekommen ist.

Lehr:mentorin

Wir werden wunderbar ins Kollegium eingebunden und halten selbst Unterricht, was das Zeug hält. Mir persönlich macht das Praktikum super viel Spaß und es bringt unglaublich viel. Ich bin froh, die bisher gemachten Erfahrungen nicht erst im Referendariat zu machen. [...] Auch die begleitenden Angebote erleichtern es mir, Schritt für Schritt in die Lehrerrolle hineinzuwachsen.

Lehr:werkerin

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